April 12th, 2008
Am Samstag Mittag haben wir unseren Besuch aus Deutschland abgeholt (meinen Eltern und Nora) und dann in Hammamet das Hotel mit all den Dingen aus Humphrey vollgestopft, dass wir nicht mehr benötigten. Am nächsten Tag haben wir Mannes dann seinem Schicksal überlassen (bzw. der Halbpension des Hotels und dem Sandstrand
) und sind zu viert in Humphrey nach Douz runtergondelt. Nach einem schönen Abend dort mussten wir in der Früh feststellen, dass die Wetterprognose richtig war und die Temperatur bereits gegen Mittag um die 35 grad lag. Dazu war der Horizont sandfarben und ein lauer Wind aus Süden ließ böses ahnen.
Die Fahrt ging den altbekannten Weg nach Ksar Ghilane rüber mit einer Übernachtung bei dem Brunnen in der Mitte. Nach den ersten Dünen war Humphrey der Respekt seiner neuen Insassen sicher. Es ging aber alles soweit glatt und gegen 17h schlugen wir dann unsere Zelte am Brunnen auf und genossen eine wirklich laue Sommernacht in der Wüste.
Am nächsten Tag sind wir recht schnell aufgebrochen, da es bereits um 10 ordentlich heiß war und ein nicht wirklich kühlender Wind uns den Sand ins Frühstück geblasen hatte. Meine Einschätzung, dass der schwierigsten Teil des Weges bereits hinter uns lag, erwies sich nur als teilweise richtig: ein gemeiner, schräg liegender Weichsandstreifen kostete uns tatsächlich eine Stunde und den Einsatz aller uns erreichbaren Hilfsmittel - aber so haben meine Gäste wenigstens eine realistischen Eindruck von der Wüstenfahrerei bekommen! Angekommen in Ksar Ghilane ging es eigentlich nur noch darum, der Hitze und dem Sturm zu entfliehen und so landeten wir die meiste Zeit des Tages im Pool bis gegen etwa 22h endlich die Windrichtung umschwenkte und uns kühlere Meeresluft brachte.
Am nächsten Morgen wurde dann Nora ein Pferdchen organisiert damit sie damit ein wenig die Oase erkunden konnte. Leider gab es ein kleines Verständigungsproblem: Die Frage, ob der Führer auch mit auf dem Pferd mitkomme bejahte er. Dass er allerdings das gleiche Pferd meinte war uns nicht klar. So war die ganze Veranstaltung eher amüsanter Natur ;-).
Heute sind wir Richtung Berge gefahren und haben uns über Guermessa und Ghomrassen bis Matmata durchgeschlafen, bei stetig schöner werdener Landschaft und abklingender Hitze. Nun sitzen wir im Innenhof einer der Erdhöhlen, für die diese Region bekannt ist. In unserem Hotel wurden sogar einige Szene für “Star Wars” gedreht: Lukes Jugendheimat auf dem Wüstenplaneten Tataouine - dort das Haus seines Onkels.
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April 5th, 2008
Nachdem wir noch einen schoenen Abend in Douz mit einem Erdinger Ehepaar verbracht hatten sind wir gestern dann Richtung Norden nach Monastir gefahren und dort gegen Abend in ein Hotel eingekehrt. Hier hat es hoechstens 15 Grad und es muss echt totale off-season sein: nix los im Ort. Heute gegen Mittag werden dann meine Eltern und Nora am Flughafen ankommen und wir werden dann Richtung Hammamet duesen und dort die Neuankoemmlinge aklimatisieren. Der Mannes hat sich mit der Aussicht auf 35 Grad die naechsten Tage und der geplanten Wuestentour zu fuenft in Humphrey dazu entschlossen sich die fuenf Tage im Hotel in Hammamet die Sonne auf den Pelz brennen zu lassen. Somit werden wir auf den Mietwagen verzichten und mit Humphrey dann wohl am Sonntag gen Douz aufbrechen. Hoffen wir das der Wetterbericht ein wenig daneben liegt sonst seh ich uns in Ksar Ghilane schon am Pool vegetieren ;-).
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April 3rd, 2008
Nachdem Markus und Heiko sich von Mate, Michael, Mannes und mir getrennt hatten um Richtung Norden abzufahren haben wir, nach einem ausführlichen Marktbesuch (nach einer Woche wieder frisches Gemüse - toll), unsere sieben Sachen gepackt und sind der geschäftigen Atmosphäre am Campingplatz Richtung Westen in die Wüste zu einem Sandrosenfeld etwa 60km SW von Douz aus entflohen. Auf dem Weg dahin gabs nur eine witzige Situation. Wir sind an einer Gabelung falsch abgebogen und dann einfach nach links auf die richtige Spur gezogen. Nur war da der Salzsee dazwischen in dem wir nach 5m bis zu den Achsen steckenbeblieben sind. Aber war kein Problem, Uschi hat uns gleich wieder rausgezogen. Angekommen gab es dann ersteinmal chillige Hängemattensessions und philosophische Gespräche und am Abend ein wirklich ausgezeichnetes Essen.
Morgens wurde dann das Campingzeug auseinandergefriemelt und alles reisefertig gemacht. Wieder in Douz angekommen wurden die Motorräder noch sammt Hänger an den Patrol gehängt und wir verabschiedeten uns auch von Mate und Michael. Nun entspannen wir gerade am Campingplatz und werden es nun gleich in die Stadt packen um Couzcouz zu essen und nach dem Stand der Dinge in Deutschland zu fragen.
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April 3rd, 2008
Nach diesem Hammer anstrengenden Tag und der Ungewissheit wie lange wir wohl noch in die Zivilisation brauchen würden war dann der folgende, gestrige Tag wirklich erstaunlich gechillt. Die erste Dünenquerung konnte man noch mit den Prädikat anspruchsvoll titulieren aber ab dort ging es dann wie auf Schienen über die, am Vorabend beregneten, Dünen bis zum Tembaine wo wir etwa gegen 14h eintrafen. Dort hat sich mitlerweile eine regelrechte Zeltsiedelung gebildet. Das hat uns, neben dem starken Sandwind, dazu gebracht gleich direkt weiter nach Douz zu fahren. Die Tour, die uns letztes Jahr noch als einigermaßen anspruchsvoll vorkam spulten wir gestern in 4h und einem Kaffee ab. Abends in Douz konnten wir es dann erst richtig glauben: Wir haben es geschaft!! Ksar Ghilane - Roter See - Douz. Geil!! Am Abend gab es Essen am Campingplatz und eine Flasche Vino - trotz all der Strapazen, oder gerade deswegen waren wir alle mächtig stolz.
Es ging dann abends noch ins Internetcafe wo wir von zwei Douz’schen Jugentlichen zu einer Hochzeit eingeladen wurden und Markus natürlich sofort dabei war ;-). Die Hochzeit war leider schon zu Ende aber wir haben noch ne Sprit mit den Jungs getrunken und ein wenig über Frauen in Tunesien philosophiert. Und siehe da: Am nächsten morgen tauchte der eine von den beiden doch tatsächlich mit einer dicken Araberin vor Markus’ Hotel auf. Er lehnte dann doch dankend ab ;-).
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April 1st, 2008
Tja, um auf die letzten Worte von gestern zurückzukommen: “Wie weit ist es denn noch zum Tembaine?”. Nach diesem Tag kann man sagen: Nicht mehr weit, aber heftig. Heute morgen sind mir tatsächlich recht früh losgekommen, die Hitze war nämlich schon recht schnell da. Unsere Route verlangte von uns zunächst nach Westen zu kreuzen um dann in den Dünentälern zum Tembaine zu fahren. Diese Querungen sind recht anstrengend, da man gegen die aufgewehten Sandmengen anfahren muss. Wir haben uns mehrmals mit Dünen konfrontiert gesehen, die auf den ersten Blick unfahrbar schienen. Nachdem wir uns dann mehrmals an den Satellitenkarten davon überzeugt hatten, dass es keine andere sinnvolle Route gibt, haben wir dann einen nach dem anderen Dünenzug durchquert. Gegen Mittag kam von Markus per Funkt ein Defekt an seiner KTM durchgestellt: die Kupplung hat Öl verloren. Gott sei dank war nur eine Entlüftungsschraube freigerüttelt worden; nach dem Nachfüllen ging es besser als zuvor. Als wir dann nun endlich den vermeintlichen “Endgegner”, die letzte Düne in Westrichtung, überquert hatten, mussten wir feststellen, dass die “einfachen” Überquerungen Richtung Nordosten doch nicht sooo einfach sind. Wir verbrachten weitere 2h damit die erste Nordostquerung durchzufahren. Und wo gehobelt wird, fallen auch Späne: In einer Senke rammte Humphrey vorne links in einer Senke den Sand bis zum Stillstand ;-). Aber die neue Stoßstange hat gehalten bzw. den Stoß, leider unter leichten Verformungen, abgebremst. Ohne das Teil hätten wir jetzt echt ein Problem. Nach längerer Freibuddelaktion und gleichzeitig vorbeiziehendem Gewitter (!!) fuhren wir dann in ein Tal ab und schlugen bei einsetzender Dunkelheit unsere Zelte auf. Wobei das Dachzelt dabei den anderen Zelten bei diesem Wind wirklich überlegen ist ;-); man liegt über den Dingen. Dann quälte uns das schlechte Gewissen um die doch nun schon arg in die Länge gozogene Tour. Markus, unser Funkamateur hatte allerdings die Lösugn parat: Ab aufs 20m Band nach Deutschland gefunkt und einen Funker in Landshut an der Strippe, der sofort bereit war über Telefon unseren Eltern bescheid zu sagen, dass alles okay ist. Hoffentlich kommt auch ein Comment von ihm auf den Wüstenfuchs, damit ihr auch alle wisst was mit uns ist!! Schon im Voraus an Alfred in Landshut!!!
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